16. November 2018

Der sichere Arbeitsplatz verliert an Bedeutung

Ein sicherer Arbeitsplatz und ein gutes Einkommen waren für die meisten Arbeitnehmer früher entscheidende Ziele. Heute ist das etwas anders: Arbeit soll interessant sein, Kontakt mit Menschen bringen und der Gesellschaft nützen. Das zeigt ein am Mittwoch veröffentlichter Datenreport unter dem Titel "Sozialbericht 2018", der in einer Zusammenarbeit des Statistischen Bundesamts mit dem Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) und dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) entstanden ist.

Während im Jahr 2005 mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmer die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes als besonders wichtig einstuften, galt das ein Jahrzehnt später nur noch für 55 Prozent, wie dem 466 Seiten dicken Kompendium zu entnehmen ist. Daneben hatten 2005 noch 21 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen ein hohes Einkommen unter den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten als "sehr wichtig" eingestuft. Zehn Jahre später galt das nur noch für 15 Prozent der Männer und 8 Prozent der Frauen.

Erklären lässt sich der Befund damit, dass die Arbeitsplätze deutlich sicherer geworden sind und sich auch die Einkommenssituation stark verbessert hat. Auch dazu gibt die dargestellte Erhebung Aufschluss: Während 2005 nur zwei Drittel der Befragten ihren Arbeitsplatz als sicher wahrnehmen, waren es zehn Jahre später 83 Prozent. Der Anteil derer, die sich selbst ein hohes Einkommen zuschrieben, stieg ebenfalls deutlich - unter den Männern von 28 auf 40 Prozent, unter den Frauen von 19 auf 31 Prozent. Die Beeinträchtigung des Familienlebens durch den Beruf hat dagegen nach beiderseitiger Auffassung etwas abgenommen, wie der Report weiter zeigt.

5. März 2018

Lieber Roboter als Personaler

Welcher Bewerber hat schon Lust, von einem Roboter ausgesucht zu werden? Einer neuen Studie der Uni Bamberg zufolge sind das nicht wenige. Ein Viertel rechnet sich sogar bessere Chancen aus, übernehme ein schlauer Algorithmus anstelle eines Menschen die Kandidaten-Auswahl. Vor allem Frauen vertrauen einer Künstlichen Intelligenz stärker als Männer; viele haben die Hypothese, der Computer sei neutraler und diskriminiere weniger. Sechs Prozent der befragten Unternehmen geben zu, aktuell schon Algorithmen einzusetzen, um ihre Bewerbungsstapel zu sortieren. Sieben von zehn glauben, dass solche Systeme in Zukunft kommen werden. Für die repräsentative Befragung, die von dem Stellensuchportal "Monster" in Auftrag gegeben wurde, gaben auf Bewerberseite  2800 Kandidaten Auskunft, auf Unternehmensseite 117 der 1000 größten deutschen Unternehmen.

16. Januar 2018

In der Bewerbung besser ehrlich sein

Im Lebenslauf zu übertreiben scheint verlockend. Aber Unwahrheiten fallen Bewerbern oft auf die Füße. Besonders in Deutschland: Knapp drei Viertel der Manager hierzulande haben schon einmal einen Kandidaten aussortiert, nachdem falsche Angaben im Lebenslauf aufgeflogen waren; so viele wie sonst nirgends in Europa. In Frankreich ist man weniger empfindlich: Dort tolerieren mehr als die Hälfte der Führungskräfte eine unwahre Übertreibung im Bewerbungsprozess. Auch in Großbritannien ziehen nur 59 Prozent Konsequenzen, nachdem sie Bewerber beim Schwindeln erwischt haben. Am häufigsten täuschen Bewerber Kompetenzen vor, die sie nicht haben. Auf Platz 2 der häufigsten Schwindeleien stehen falsche Angaben über ihre Berufserfahrung. Auf Platz 3 schaffen es Lügen über die Fremdsprachenkenntnisse. Die Erkenntnisse stammen aus einer Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half unter 500 Managern.

3. Juli 2017

Deutschen ist Gehalt sehr wichtig

Die Deutschen arbeiten einer Umfrage zufolge vor allem, um Geld zu verdienen. Wichtig bei der Beurteilung des Arbeitgebers sind insbesondere die Vergütung und die Arbeitsplatzsicherheit, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Innofact ergeben hat. Auf die Frage, was ihnen mit Blick auf den Arbeitgeber wichtig ist, antworteten knapp zwei Drittel der Befragten: Die Vergütung. Die Bezahlung landet damit auf Platz eins. Kaum weniger wichtig war den Befragten die Arbeitsplatzsicherheit. Erst mit deutlichem Abstand folgten andere Aspekte des Arbeitslebens wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (37 Prozent) und die Karrierechancen (26 Prozent). 

Dabei gab es allerdings deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede. Rund 40 Prozent der Frauen, aber nur 34 Prozent der Männer sahen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als wichtiges Merkmal eines Arbeitgebers. Umgekehrt stuften 30 Prozent der Männer, aber nur 22 Prozent der Frauen Karrierechancen und Entwicklungsmöglichkeiten als wichtiges Merkmal ein.

Kaum eine Rolle spielte für die Befragten die Qualität der hergestellten Produkte. Nicht einmal jeder fünfte Befragte fand diesen Aspekt wichtig. Auch die Innovationsfähigkeit des Arbeitgebers maß nur ein kleiner Teil der Beschäftigten (7 Prozent) große Bedeutung bei.

Bei den Hauptgründen für den Arbeitsplatzwechsel spielte die Bezahlung dagegen eine sehr untergeordnete Rolle. Als Hauptgründe nannten die Befragten Mobbing (60 Prozent), Streitigkeiten mit dem Vorgesetzten und eine hohe Stressbelastung (je 45 Prozent), aber auch unbezahlte Mehrarbeit (40 Prozent). Eine geringe Gehaltsentwicklung nannten "nur" 38 Prozent als mögliches Kündigungsmotiv.

23. Februar 2017

Darf ich mich per Whatsapp oder SMS krankmelden?

Die aktuelle Grippewelle hat manche Belegschaft zeitweise dezimiert. Flankiert wird sie mit einem Anstieg der krankheitsbedingten Fehlzeiten in den vergangenen Jahren. Zuletzt beliefen sich die krankheitsbedingten Fehlzeiten von Arbeitnehmern im Schnitt auf 19 Tage im Jahr. Bei einem jährlichen Krankenstand von nahezu vier Wochen pro Mitarbeiter fragt sich mancher Arbeitgeber, wie er seine Arbeitsabläufe im Falle einer Krankmeldung organisatorisch besser in den Griff bekommen kann.

Klare Vorgaben zur Art und Weise der Krankmeldung können helfen. Für immer mehr Ärger sorgen nämlich Krankmeldungen, die erst kurz nach Arbeitsbeginn per SMS oder Whatsapp eingehen. Die Texte lauten dann häufig nur lapidar "bin krank, gehe zum Arzt" und genügen damit noch nicht einmal den Minimalanforderungen für eine Anzeige der Arbeitsunfähigkeit. Viele Arbeitgeber fragen sich deshalb, ob eine Krankmeldung per Whatsapp, E-Mail oder SMS überhaupt zulässig ist.

Ist im Arbeitsvertrag oder in der Betriebsvereinbarung keine Form für eine Krankmeldung vorgeschrieben, steht es dem Mitarbeiter frei, welches Kommunikationsmittel er für die Anzeige seiner Arbeitsunfähigkeit nutzt. Im Arbeitsalltag ist die telefonische Krankmeldung üblich. Zulässig und zunehmend verbreitet, sind aber auch Krankmeldungen per Whatsapp, SMS und Co. Eine ordnungsgemäße Krankmeldung muss jedoch bestimmte inhaltliche Vorgaben erfüllen und auch an die richtige Person im Betrieb gerichtet sein. Zunächst muss die Arbeitsunfähigkeit ohne Zeitverzug angezeigt werden, damit der Arbeitgeber sich darauf einstellen kann.

Unverzüglich ist eine Krankmeldung im Normalfall, wenn sie am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit während der ersten Betriebsstunden beim Arbeitgeber eingeht. Dies gilt auch, wenn der erste Tag der Krankheit kein Arbeitstag ist, weil sich der erkrankte Mitarbeiter etwa im Urlaub befindet. Daneben muss sich aus der Krankmeldung auch die voraussichtliche Dauer der Erkrankung ergeben. Kann der erkrankte Mitarbeiter das nicht abschätzen, weil er den Befund des Arztes abwarten will, muss er diese Information unmittelbar nach dem Besuch liefern.

Die Art und Ursache der Erkrankung und auch der Aufenthaltsort des Erkrankten müssen nicht mitgeteilt werden. Richtiger Adressat der Krankmeldung ist die vom Arbeitgeber dafür bestimmte Stelle. Das ist in der Regel die Personalabteilung oder der Vorgesetzte. Erfüllt die Krankmeldung nicht diese Vorgaben oder geht sie nicht bei der zuständigen Person ein, stellt dies ein Pflichtverstoß dar, der eine Ermahnung oder gar Abmahnung zur Folge haben kann.

21. Oktober 2016

Ingenieurmonitor: Mehr offene Stellen im 2. Quartal

Ingenieure haben weiterhin hervorragende Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Insgesamt waren im 2. Quartal des Jahres monatsdurchschnittlich 69.200 offene Stellen in Ingenieurberufen zu besetzen. Seit Jahresbeginn 2013 ist dies der höchste Stand. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Ingenieurmonitor, den der VDI und das Institut der deutschen Wirtschaft vierteljährlich erheben. Das Arbeitsfeld Bau, Vermessung, Gebäudetechnik, Architekten ranigert mit 24.830 zu besetzenden Stellen an der Spitze - ein Plus von 23,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal.

Die Arbeitslosigkeit ist niedrig: Insgesamt waren im 2. Quartal monatsdurchschnittlich 27.938 Personen in Ingenieurberufen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit dem Vorjahresquartal entspricht dies einem Rückgang um 3,2%. Die Arbeitslosenquote bei Ingenieurberufen liegt damit weiterhin bei knapp über 2%.

11. August 2016

Wo es den meisten Urlaub gibt

Nicht jeder Arbeitnehmer genießt denselben Urlaubsanspruch. Dabei schwankt die Zahl der freien Tage erheblich. Während im Großhandel und in der Industrie 30 Tage Urlaub zum Standard gehören, liegen Hotellerie, Rechtsberatung und Callcenter mit 26 Tagen auf den letzten Rängen. Allerdings haben 58 Prozent der deutschen Beschäftigten einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen. Knapp 8 Prozent erhalten jedoch nur 24 Urlaubstage. Den gesetzlichen Mindestanspruch von 20 Arbeitstagen bekommen 1,6 Prozent. Zudem hängt die Freizeit vom Gehalt ab: Wer weniger als 20.000 Euro im Jahr verdient, dem stehen im Durchschnitt 24 Tage zu - von 61.000 Euro an aufwärts sind es 29 Tage. Diese Korrelation spiegele sich auch bei der Betrachtung der Berufe wider: Friseure besitzen mit nur 24 Tagen die wenigsten freien Tage im Jahr. Kellner folgen mit 25 Tagen. Zu den Berufen mit 30 Urlaubstagen zählen unter anderem Oberärzte, Ingenieure oder Pharmareferenten. Und auch der Arbeitsort spielt eine entscheidende Rolle. Den kürzesten Urlaub mit durchschnittlich 26,5 Tagen haben Personen in den neuen Bundesländern, den längsten die Baden-Württemberger. Für diese Studie hat die Vergütungsberatung Compensation Partner mehr als eine Viertelmillion Datensätze ausgewertet.